3. 1 Einfache Modelle
3. 1. 1 Fließreihe (Flow-Shop)
Modell: flowshop (DEMO)
Beschreibung:
Der Maschinenpark besteht aus 2 Maschinen
"M 1" und "M 2", die jeweils nur einen Job
gleichzeitig
bearbeiten können (Kapazitätswert = 1).
Beide Maschinen sind durch ein hinreichend großes Zwischenlager ("Puffer") so
gegeneinander entkoppelt, dass "M 2" nicht auf "M 1" zurückwirken kann.
Alle 9 Jobs "E 1" bis "E 9" befinden sich zunächst im Eingangslager
("Eing.") und werden nach gleicher technologischer Abfolge, jedoch mit
unterschiedlicher Bearbeitungszeit gefertigt:
Eing. M 1 Puffer M 2
Ausg.
Technologische Reihenfolge und Bearbeitungszeiten sind im Technologie-Baustein "T 1" enthalten.
Um die unterschiedlichen Bearbeitungszeiten
in einem einzigen Technologie-Baustein abbilden zu können, werden die
einzelnen Jobs mit eigenen Spezifikatoren
versehen. Die Wartedisziplin des Zwischenlagers wird auf FIFO
(Einlagerung: Normal und Entnahme: nur 1. Auftrag)
eingestellt. Die Jobs
können sich daher nicht gegenseitig überholen.
Prinzipiell können Fließreihen beliebig lang sein. Da die einzelnen
Arbeitsschritte im Unterschied zu Taktstraßen zeitlich nicht
abgeglichen werden, sind Zwischenlager erforderlich, um Rückwirkungen
nachfolgender Maschinen auf vorhergehende zu vermeiden.
Anmerkungen:
In diesem 2-Maschinen-System wird die Gesamtbearbeitungszeit wesentlich
durch die Stillstandszeit von "M 2" bestimmt. Diese wiederum hängt von
der Jobreihenfolge im Eingangslager ab, wovon man sich leicht durch
Reihenfolgevertauschung überzeugen kann. Eine Reihenfolge, bei der die
Stillstandszeit für "M 2" minimal ist, kann mit Hilfe des bekannten
JOHNSON-Algorithmus' ermittelt werden:
E 9 
E 3 
E 5 
E 1 
E 2 
E 4 
E 7 
E 8 
E 6
3. 1. 2 Werkstatt (Job-Shop)
Modell: jobshop (DEMO)
Beschreibung:
Dieses Fertigungssystem besteht aus insgesamt 10 Maschinen "M 1" bis "M
10". Alle 10 zu fertigenden Jobs "1" bis "10" befinden sich zunächst im
Eingangslager "Eing." und werden am Ende im Ausgangslager
"Ausg." abgelegt. Bis es soweit ist, muss der Job jedoch an jeder
Maschine genau einmal bearbeitet worden sein. Die
Bearbeitungsreihenfolge und die Bearbeitungszeit ist für die einzelnen
Jobs unterschiedlich und wird in den zugehörigen Technologie-Bausteinen
"T 1" bis "T 10" beschrieben. Die Bearbeitungszeit ist
stückzahlabhängig und daher jeweils mit der Stückzahl (100) des
betreffenden Jobs zu multiplizieren.
Um Rückwirkungen soweit wie möglich
auszuschalten, wechseln die Jobs nicht direkt von Maschine zu Maschine,
sondern werden in einem
Pufferlager (Puffer) zwischengelagert. Dessen Wartedisziplin (Einlagerung: Normal
und Auslagerung: all)
erlaubt das gegenseitige Überholen von Jobs.
Die Struktur dieses Fertigungssystems ist vergleichbar mit der einer
Werkstatt: Es gibt eine Menge von
Maschinen. Jeder Job ist anders und erfordert einen anderen
Arbeitsablauf. Es gelten keinerlei
Einschränkungen bezüglich der Beweglichkeit der Jobs zwischen den
Stationen, d.h., ein beliebiger Job
kann von jeder Maschine der Werkstatt an jede beliebige andere Maschine
geschickt werden. Die
Fertigungsprozesse in Werkstätten sind im Vergleich zu Fließreihen
besonders komplex und unübersichtlich.
Anmerkungen:
Dieses Modell wurde von MUTH und THOMPSON in den
60-iger Jahren entwickelt. Auch hier reagiert die
Gesamtfertigungsdauer (Zykluszeit) auf die Reihenfolge der
Auftragseinlastung. Leider existiert kein
effizienter Algorithmus zur Bestimmung der optimalen Reihenfolge, so
dass alle 10! = 3.628.800 Möglichkeiten
simuliert werden müssten, was jedoch wegen der dazu erforderlichen
hohen Rechenzeit praktisch unmöglich ist. Das Muth-und-Thompson-Modell
wird auch heute noch gern verwendet, um verschiedene
Optimierungsalgorithmen miteinander zu vergleichen.
simcron MODELLER 3.4
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21.05.2025
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