3. 2. 5   Kanban

Der Fertigungsablauf wird durch Technologie-Bausteine gesteuert, die die einzelnen Jobs entsprechend ihrer vorgegebenen technologischen Reihenfolge durch die Fertigungslinie schieben. Solche Fertigungssysteme arbeiten nach dem so genanntem "Bringe-Prinzip". Im folgenden Beispiel werden die Jobs dagegen gezogen, d.h., das Fertigungssystem arbeitet nach dem "Hole-Prinzip" - besser bekannt auch als KANBAN.

Modell:    pull (bedingt DEMO-fähig)

Bringe-Kette

Beschreibung:
Dieses Modell arbeitet nach dem so genannten Hole-Prinzip. Die Jobs werden zwar vom Eingangslager angeliefert, aber nur auf Anforderung bearbeitet. Die Anforderungen werden im Ausgangslager in Form von Pseudo-Jobs mit der Bezeichnung "K" (Kanban) erzeugt, die entsprechend der Technologie "KT" von Pufferlager zu Pufferlager entgegen der Fertigungsrichtung (Technologie "FT") laufen. Die Kanban-Jobs sind auf die Menge 10 eingestellt (Bestellmenge). Treffen sie auf ihrem Weg auf ein gefülltes Pufferlager, aktivieren sie dementsprechend bis zu 10 Jobs ("J"). Sind weniger Jobs im Puffer, läuft der Kanban-Job solange weiter, bis insgesamt 10 Jobs aktiviert wurden. Der Kanban-Job selbst wird deaktiviert, verbleibt aber im Pufferlager. Die eigentlichen Fertigungsarbeitsgänge werden durch Bedarfs-Objekte gesteuert, die auf die Kanban-Technologie "KT" zurückgreifen.

Hole-Kette

Anmerkungen:
Die Kanban-Jobs werden automatisch im Ausgangslager "A" erzeugt. Der Anwender kann jedoch auch manuell neue Kanban-Jobs erzeugen und in ein beliebiges Pufferlager stellen. Der Mengen-Parameter (Bestellmenge) ist dabei vom Nutzer frei wählbar. Ein im Pufferlager "Q(n)" eingeschleuster Kanban gibt die Fertigung nur bis einschließlich Maschine "M(n)" frei. Die Steuerung des Kanban wird durch ein Skript unterstützt, welches in der Methode "Kanban" enthalten ist. Dieses Skript betrachtet alle Jobs als Kanban, die den Namen "K" führen.

Da beim manuellen Einstellen von Jobs in ein Pufferlager der zugehörige Arbeitsgang noch nicht ausgeführt wird, erfolgt auch keine Zubuchung im Arbeitsgang. Das bedeutet, die manuelle Bestellung bezieht sich nur auf Jobs, die vor dem Pufferlager liegen, nicht aber auf solche, die innerhalb desselben oder in nachfolgenden Pufferlagern liegen.