3. 6 Rüsten
Modell: ruesten1 (DEMO)

Beschreibung:
Das Modell zeigt die Verwendung von Rüstobjekten.
Zur Technologie T gehören 10 Jobs, die alle eine Jobvariable
"RUESTZUSTAND" mit dem Wert
1, 2 oder 3 besitzen. Wechselt die Variable RUESTZUSTAND des an der
Maschine M zu bearbeitenden Jobs ihren Wert,
so muss die Maschine M gemäß den Zeiten in der Rüstmatrix umgerüstet
werden. Die Maschine M ist zum Start auf den Zustand 3 gerüstet.
| |
nach 1 |
nach 2 |
nach 3 |
| von 1 |
0 |
60 |
120 |
| von 2 |
40 |
0 |
80 |
| von 3 |
180 |
60 |
0 |
Rüstungen der Maschine werden im Gantt-Diagramm orange dargestellt:
Durch Umordnung der Jobs im Eingangslager kann man die Anzahl und
die Dauer der Rüstungen minimieren:

Modell: ruesten2 (DEMO)
Beschreibung:
In diesem Modell besitzt die Maschine M zwei Rüstobjekte. Dabei
erfordert das erste Rüstobjekt eine Umrüstung wenn sich die
Jobvariable "Artikel" ändert, wohingegen das zweite Rüstobjekt auf die
Jobvariable "Technologie" referenziert. Anhand des Modells soll die
Wirkung des Rüstzeitoperators
und der Parameter für die
Rüstoptimierung (speziell der Parameter Minimale
Zustandsdauer) verdeutlicht werden. Es gelten die folgenden
Rüstmatrizen:
Artikel:
| |
nach A |
nach B |
| von A |
0 |
60 |
| von B |
60 |
0 |
Technologie:
| |
nach bleifrei |
nach verbleit |
| von bleifrei |
0 |
300 |
| von verbleit |
300 |
0 |
Als praktisches Beispiel kann man sich eine Lötanlage vorstellen, die
immer dann umgerüstet werden muss, wenn zwischen bleifreiem oder
verbleitem Lot gewechselt wird. Zusätzlich wird eine Vorrichtung für
jeden Job benötigt, die (unabhängig von der Technologie) nur dann
umgerüstet werden muss, wenn der Artikel wechselt, etwa eine
Fixierungsvorrichtung.
Unter der Vorraussetzung, dass die Rüstungen nicht parallel
durchgeführt werden können, z.B. weil nur ein Mitarbeiter zur Verfügung
steht, wird der Rüstzeitoperator auf Summe aller
Rüstzeiten
gesetzt. Damit ergibt sich nach der Simulation die folgende
Maschinenbelegung.

Kann man davon ausgehen, dass die Rüstungen auch parallel ausgeführt
werden können, dann müsste der Rüstzeitoperator
auf Maximum
aller Rüstzeiten eingestellt werden und es ergibt sich
das folgende Gantt-Diagramm:

Bei genauerer Betrachtung kann man erkennen, dass im zweiten Fall keine
Rüstvorgänge länger als 5 Minuten dauern.
Für eine Rüstoptimierung im simcron MODELLER bietet sich der
Parameter
Minimale
Zustandsdauer
an, der einem Rüstobjekt zugewiesen
werden kann und ein Umrüsten innerhalb der angegebenen Zeitspanne nach
dem letzten Rüsten verbietet. Stellt man diesen Parameter für das
zweite Rüstobjekt auf 45 Minuten, dann ist im Gantt-Diagramm zu
erkennen, dass innerhalb dieser Zeitspanne zwischen den Artikeln A und
B zwar umgerüstet wird, aber ein Umrüsten der Technologie erst nach der
45. Minute durchgeführt wird.

Erhöht man den Wert des Parameters
Minimale
Zustandsdauer
weiter, etwa auf 1 Stunde, dann
steht die Maschine für kurze Zeit still, da vor Ablauf der Frist nicht
genügend Aufträge der Technologie "bleifrei" vor der Maschine warten.
Erst nach Ablauf einer Stunde kann die Maschine auf "verbleit"
umgerüstet werden und es ergibt sich das folgende Gantt-Diagramm:

Um das zu verhindern, kann man dem Rüstobjekt den Parameter
Maximale
Stillstandszeit
zuweisen, der ein Umrüsten der Maschine
erzwingt, falls diese für die angegebene Zeit still stand und Aufträge
eines anderen Rüstzustands auf ihre Bearbeitung warten. Darameter
Maximale
Stillstandszeit
dominiert dabei den Parameter
Minimale
Zustandsdauer.
Ein Wert von 1 Stunde für den Parameter
Minimale
Zustandsdauer
und von 1 Minute für den Parameter
Maximale
Stillstandszeit
führt zur nachfolgenden Maschinenbelegung.

Durch die beiden vorgestellten Parameter kann auch der unerfahrene
Nutzer des Simulators mit einfachen Mitteln eine Rüstoptimierung
durchführen. Dabei muss der Parameter
Minimale
Zustandsdauer
auf einen Wert gesetzt werden, der die Termintreue (oder eine andere
gewählte
Zielgröße) nicht übermäßig belastet, weil z.B. bei einer
Terminpriorisierung ein Auftrag mit der höheren Priorität (also dem
früheren Liefertermin) vor der Maschine warten muss, weil die im
Parameter
Minimale
Zustandsdauer
eingestellt Zeit noch nicht erreicht ist, während niedriger
priorisierte
Aufträge (mit dem späteren Liefertermin), die aber dem aktuellen
Rüstzustand der Maschine entsprechen, in ihrer Bearbeitung vorgezogen
werden. Wählt man für den Parameter
Minimale
Zustandsdauer
einen zu niedrigen Wert, werden
diese Effekte minimiert, wobei aber die Anzahl der Umrüstungen steigt,
so dass
sich die gewünschte Zielgröße durch die vielen Nebenzeiten
verschlechtert. Wählt man eine zu hohen Wert für den Parameter
Minimale
Zustandsdauer,
werden Nebenzeiten minimiert, aber es können lange Wartezeiten für die
Aufträge vor der Rüstung auftreten. Die optimale Einstellung des
Parameters
Minimalen
Zustandsdauer
hängt also im Wesentlichen ab von den
Prozesszeiten der Aufträge (inklusive Auszeiten der Maschine), den
Rüstzeiten und der geforderten Zielgrößentoleranz.
Für den Parameter
Maximale
Stillstandszeit
muss die Zeitspanne angeben werden,
die man gewillt ist, bei einem Stillstand auf weitere Jobs des
aktuellen
Rüstzustands zu warten, bevor man auf einen anderen Rüstzustand
umrüstet.
Der Simulator kann hierbei aber nicht vorausschauend planen, d.h.,
sollte sich herausstellen, dass in der angegebenen Zeit kein weiterer
Auftrag vor der Maschine bereitgestellt wurde, kann der Simulator nicht
"zurückspringen" und umrüsten. Die Umrüstung erfolgt in diesem Fall
erst nach der angegebenen Stillstandszeit, so dass auf der Maschine für
die angegebene Zeit kein Auftrag verplant wird, obwohl gegebenenfalls
Aufträge mit einem anderen Rüstzustand auf ihre Bearbeitung warteten.
Deshalb bietet es sich oft an, bei einem Stillstand sofort umzurüsten,
ohne auf weitere Aufträge desselben Rüstzustands zu warten. In diesem
Fall muss der Parameter
Maximale
Stillstandszeit
auf die kleinste mögliche Zeiteinheit (1 Sekunde) gesetzt werden.
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