3. 3 Cluster-Tool
Das folgende Beispiel zeigt, wie mit Hilfe paralleler Arbeitsgänge auf
einfache Weise ein so genanntes Cluster-Tool modelliert werden kann.
Cluster-Tools sind typisch für die Halbleiterfertigung, wo eine feste
Sequenz von Arbeitsgängen nacheinander auf verschiedenen Maschinen
einer Gruppe ausgeführt wird.
Modell: cluster (DEMO)
Beschreibung:
Das Cluster besteht aus dem Maschinen "M1" bis "M6". Jeder Job aus dem
Eingangslager "Stock" muss durch eine Schleuse ("I/O") geführt und
anschließend nacheinander und in gleicher Reihenfolge auf die Maschinen
gelegt werden. Nach Abschluss des letzten Arbeitsganges auf Maschine
"M6" verlässt der Job das Cluster wieder durch die Schleuse, um im
Eingangslager (=Ausgangslager) abgelegt zu werden. Den Transport der
Jobs von Station zu Station übernimmt ein "Handler", der ebenso wie die
Schleuse, immer nur einen einzelnen Job aufnehmen kann.
Auf den ersten Blick könnte man versucht sein, eine einfache
sequentielle Technologie wie folgt zu formulieren:
"Stock" -> "I/O" -> "Handler" -> "M1" -> "Handler" ->
"M2" -> ...
Dieser Lösungsversuch würde allerdings sehr schnell in einem so
genannten Deadlock enden, d.h., das System würde sich verklemmen. Die
Ursache liegt im nichtverzögernden Scheduler, der den Handler und auch
die Schleuse ohne Rücksicht auf den Belegungszustand der übrigen
Stationen mit Jobs zu belegen versucht. Es ist dann nur eine Frage der
Zeit, dass der Handler einen Job an eine Maschine abgeben möchte, die
ihrerseits den Handler benötigt, um den bereits fertigen Job weiter zu
reichen.
Das Problem lässt sich dadurch lösen, dass bestimmte Teilsequenzen
aus der Haupttechnologie zu Parallelarbeitsgängen
zusammengefasst werden:
"Stock" -> ("I/O" || "Handler" || "M1") -> ("Handler" || "M2")
-> ...
Dadurch wird garantiert, dass der Handler nur dann mit einem Job belegt
werden kann, wenn die abnehmende Station auch wirklich frei ist.
Verklemmungen sind damit ausgeschlossen.
Anmerkungen:
Es ist nicht erforderlich, allen Parallelarbeitsgängen eine
Bearbeitungszeit zuzuweisen.
Im Beispiel wurde nur dem Handling selbst eine Zeit zugewiesen. Die
Übrigen Arbeitsgänge in den Paralleltechnologien schrumpfen zu
Ereignissen und definieren damit lediglich Bedingungen für das
Handling. Mit Rücksicht auf die statistische Auswertung wurden die
Handler-Arbeitsgänge als Rüstarbeitsgänge
festgelegt.
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